Bist Du gerade draußen? Oder hat Dein Raum ein Fenster, durch das Du in den Himmel schauen kannst? Egal ob Tag oder Nacht, ein klarer Himmel hat eine besondere Magie. Wenn es dunkel ist, sehen wir die Sterne leuchten. Tagsüber hat das strahlende Blau eine beruhigende Wirkung auf uns.

Nehmen uns Wolken jedoch die Sicht in den klaren Himmel, trübt das schnell auch unsere Stimmung. Wir fühlen uns bedrückt oder sogar antriebslos. Als Flugbegleiter bei der Lufthansa kenne ich diese Tage auch. Oft hat sich die Stimmung jedoch auf einen Schlag verbessert. Drückte der düstere, graue Himmel eben noch auf mein Gemüt, fühlte ich wenige Minuten später Freude in mir aufsteigen. Wir waren über den Wolken. Hier schien die Sonne. Hier war alles klar.

Diese kleine Metapher hat mir klargemacht: Auch wenn uns manchmal die freie Sicht fehlt, so scheint hinter den Hindernissen immer die Sonne. Dort wartet absolute Klarheit. Wir müssen nur den Weg zu ihr finden. Klarheit ist für mich ein besonderes Thema, das eng mit innerer und äußerer Stärke verbunden ist. Daher kommt auch mein Leitgedanke „Clarity is Power“. Heute zeige ich Dir die 5 Schritte, mit denen Du Klarheit für Dich und Dein Leben findest.

Große Abenteuer beginnen mit einem Moment der Klarheit

Als ich in den letzten Jahren das Mentorship und das Ultimate Power Programm entwickelt habe, klappte das nicht von heute auf morgen. Die Zeiten unmittelbar davor waren geprägt von wirren Gedanken, großen Fragen und auch lauter kleinen Zweifeln: Was ist notwendig? Was braucht das Programm noch? Passt das zu meiner Mission? Wie führe ich die Teilnehmer zu größtmöglichen Erfolgen?

Erst nachdem ich eine Entscheidung getroffen hatte, fügte sich alles wie von alleine zusammen. Dinge passierten, die ich vorher nicht erwartet hatte. Ähnlich war es auch bei meinem eigenen Groß-Event Powerlution, bei dem wir Menschen an einem Tag zeigen, wie sie in ihre innere Stärke kommen können. Lange Zeit vorher hatte mein Team versucht, mich zu einem Tagesevent zu überreden und hat es nicht geschafft. Meine Prioritäten lagen einfach an anderer Stelle. Obwohl so ein Event einen riesigen Aufwand bedeutet, nahm meine General Managerin Vivien Baade die Veranstaltung in ihre Hände und präsentierte mir eines morgens ihren Vorschlag. Ich vertraute ihr, nahm ihren Vorschlag an und gab ihr das Go. Warum? Weil ich die Klarheit in ihren Augen sehen konnte. Sie war frei von jedem Zweifel, dass es gelingen würde. In dem Moment wusste ich: Wir können das Ding umsetzen. Und Vivien behielt Recht: Es wurde sogar größer als erwartet und findet 2019 gleich ein zweites Mal statt.

Der Clarity-Circle – 5 Schritte zur Klarheit

Für mich bedeutet Klarheit: Wissen, was Du willst, und wissen, was Du nicht willst. Dabei geht es nicht immer nur um die wissensbasierte, kognitive Seite. Kennst Du solche Menschen, denen Du in die Augen schaust und sie begegnen Dir mit einem vollkommen klaren Blick. Du kannst eine ganz bestimmte Energie dahinter spüren. Klarheit für mich deshalb nicht nur wissen, sondern auch fühlen.

Diese magischen Momente der Klarheit erlebe ich im persönlichen Coaching regelmäßig. Einer meiner Coachees geht durch einen Prozess, entwickelt sich weiter und gelangt zu einem Durchbruch, einem ganz persönlichen Moment der Klarheit. Das ist für mich einer der Schlüsselmomente in der Persönlichkeitsentwicklung und eine zentrale Aufgabe in meinem Leben: Anderen Menschen beim Wachsen zu helfen und sie in ihre Kraft und Klarheit zu bringen.

In den letzten 12 Monaten habe ich auch für mein Leben noch mehr Klarheit gefunden. Der Prozess hört nie auf, doch ich gewinne ein immer besseres Verständnis dafür, wie er funktioniert. Mit jeder Erfahrung sind meine Gedanken dazu runder geworden und haben sich zu einem Modell zusammengefügt: dem Clarity-Circle. Er besteht aus den folgenden 5 Schritten, die den Prozess hin zur Klarheit gestalten.

Schritt 1: Fühl in Dich hinein und prüfe Dich selbst

Zu Beginn geht es darum, die Stimme Deines Verstands von der Deines Gefühls zu unterscheiden. Im Alltag fällt es uns nicht immer leicht, beides voneinander zu trennen. Nehmen wir das Beispiel einer großen Entscheidung, vor der Du gerade stehst. Vielleicht denkst Du über ein neues Auto nach, über Deinen nächsten Urlaub oder sogar über einen Jobwechsel.

Vielleicht beginnt Dein Kopf gleich zu argumentieren: Das eine macht mehr Sinn für den Lebenslauf, das andere kann Deine persönliche Entwicklung ordentlich befeuern. Doch wenn wenn Du in Dich hineinfühlst, sagt Dein Gefühl Dir etwas anders als Dein Kopf. Anfangs mag es noch nicht so leicht greifbar sein, doch je mehr Du Dich darauf konzentrierst, desto klarer wird es.

Und doch ist der Kopf im Alltag so stark, dass Du letzten Endes meist seinen Argumenten folgst. Dein ganzes Energiesystem hängt jedoch noch an der Gefühlsentscheidung. Wenn Du diesen Konflikt zwischen Verstand und Gefühl wahrnimmst, bist Du Deiner Klarheit schon ein großes Stück näher gekommen. Versuche, dem Gefühl einen Namen zu geben, atme einige Male ein und aus und gehe zum nächsten Schritt über.

Schritt 2: Bist Du integer? Bist Du ehrlich mit Dir selbst?

Wenn Du in Dich hineinfühlst, dann prüfe für Dich, ob Du gerade ehrlich mit Dir selbst bist. Bist Du integer? Handelst Du im Einklang mit Deinen Werten? Oder hast Du Bauchschmerzen bei Deiner Entscheidung?

Nimm Dir die Zeit, Dich bewusst mit dem auseinanderzusetzen, was Du im Alltag sonst eher unbewusst spürst. Mach es nun zu einer bewussten Entscheidung. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass unsere Gefühlsentscheidung uns oft sehr viel stärker mit unseren Werten verbindet, als es unser Kopf zu tun vermag. Darum quält uns manchmal auch dieser Bauchschmerz, wenn wir eine rationale und vom Kopf her gut begründete Entscheidung getroffen haben. Unser Bauch will uns zu verstehen geben, dass wir nicht im Einklang mit dem Handeln, wofür wir in unserem Leben stehen wollen. Ein toller Kompass, oder? Und er kann noch deutlich mehr!

Schritt 3: Prüfe, ob Du Deine Entscheidung blockierst oder sabotierst

Im nächsten Schritt wollen wir herausfinden, warum Du nicht nach Deinem Bauch entscheidest. Erzählst Du Dir eine Geschichte? Entscheidest Du Dich gegen Dein Gefühl, weil Du es Dir leicht machen willst? Hast Du Angst, Dir etwas einzugestehen? Hast Du Angst zu Handeln, obwohl Du genau weißt, was zu tun ist?

In diesem Schritt darfst Du Deine Logik mit ins Spiel bringen und Dich selbst erforschen. Du willst herausfinden, was Dich noch davon abhält, Deinem Gefühl zu folgen. Sei schonungslos ehrlich mit Dir selbst und blicke in jeden Winkel Deiner Innenwelt.

Vielleicht entlarvst Du Argumente wie: „Ich brauche das Geld“ oder „Ich will das Ansehen“. Nimm bewusst wahr, welche Blockade es ist, hinterfrage sie und löse sie auf. Sie ist nicht mehr als ein Glaubenssatz, ein einfacher, kleiner Gedanke, der Dein Getriebe verklemmt. Werde Dir dieser Blockade bewusst und befördere sie an die Oberfläche, wo Du sie bearbeiten und auflösen kannst. Danach bist Du frei, eine Entscheidung zu treffen und zum nächsten Schritt überzugehen.

Schritt 4: Walk your talk – Steh zu Deinen Worten

Du bist im Gefühl. Du weißt jetzt, was das Richtige für Dich ist und handelst im Einklang mit Deinen Werten. Die Blockade hast Du erkannt, doch Du lässt Dich davon nicht mehr abhalten, weil Du entschlossen bist, sie zu lösen. Nun geht es darum, Deine Botschaft nach draußen zu bringen und sie mit Deinem gesamten Sein auszustrahlen.

Hier entsteht die Magie, und andere Menschen werden auf Dich aufmerksam. Das ist der Moment, in dem sich Dein Blick verändert und in dem andere Menschen die Klarheit auch in Dir erkennen.

Die Schritte 3 und 4 sind große Herausforderungen, denn Du konfrontierst Dich dabei mit Dir selbst und Deinen Ängsten. Doch der beste Weg, Ängste zu überwinden, ist es, durch sie hindurch zu gehen. Klarheit findest Du, indem Du ohne zu Zögern durch diesen Prozess gehst. Vertraue fest darauf, dass am Ende des Weges eine Erkenntnis auf Dich wartet, die die Mühe wert war.

Schritt 5: Werde Dir bewusst, wer Du bist

Je häufiger Du diesen Prozess durchläufst, desto mehr nimmst Du in Dir wahr und wirst Dir bewusst, wie Du Entscheidungen triffst und Klarheit gewinnst. Und diese Klarheit verhilft Dir wiederum zu einer verbesserten Wahrnehmung für Dich selbst und für andere. Wenn dieses Rad erst einmal dreht, gewinnst Du von selbst immer mehr Klarheit, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Wahrnehmung verpflichtet zu Handlung, wie es meine Meditationslehrerin Andrea Schmidt sagte. Nimm Dich selbst wahr, nimm andere wahr und handle danach.

Bei Schritt 5 erkennst Du Dich also in einem neuen Licht und entdeckst nicht selten eine neue Herausforderung, der Du Dich stellen möchtest. So dreht sich das Rad weiter und gelangt zurück zu Schritt 1.

Der Circle dreht, Deine Klarheit wächst

Wenn Du diese 5 Schritte für Dich wiederholst, dreht der Clarity-Circle für Dich mit der Zeit immer schneller und verändert Deine Persönlichkeit. Menschen kommen zu Dir und fragen Dich: „Sag mal, was hast Du eigentlich in den letzten Monaten und Jahren gemacht? Du wirkst wie verwandelt, so viel klarer und direkter!“

Du wirst zur Bereicherung für andere, denn Du kannst auch sie bewusster wahrnehmen und ihnen gezielter Feedback geben. Du redest nicht mehr um den heißen Brei herum, sondern bringst die Dinge mit Deinen Worten auf den Punkt. Deine Intention dahinter ist ehrlich und kommt vom Herzen. So hilfst Du auch anderen Menschen in Deinem Umfeld, Klarheit für sich und ihr Leben zu finden.

Klarheit – die Schlüsselfähigkeit für Deine Persönlichkeit

Sind Dir in diesem Artikel bekannte Themen begegnet? Gefühle, Stärken, Kommunikation, Werte, Integrität, Glaubenssätze, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. All diese Themen kommen hier zusammen und formen einen noch größere Wert: deine Klarheit. Diese ist ein zentraler Schlüssel in der Persönlichkeitsentwicklung, denn hier ergeben viele Teile Deiner persönlichen Entwicklung ein großes Ganzes.

Klarheit kannst Du als Tool verwenden, um Konflikte zu lösen, Herausforderungen zu meistern und anderen Menschen im Alltag eine Stütze zu sein. Ich bin überzeugt: Wir brauchen heute mehr Leader da draußen, die mit einer klaren Botschaft voran gehen und andere Menschen auf ihrem Weg inspirieren.

Klarheit ist das Ergebnis eines Prozesses! Du darfst also Geduld mitbringen. Dieser Prozess ist eine Lebensaufgabe, denn es gibt so vieles da draußen, was Du immer wieder neu entdecken kannst. Dabei wünsche ich Dir viel Freude und freue mich, wenn Du Deine Erkenntnisse mit mir in den Kommentaren teilst.

Mehr zum Thema Klarheit gibt es auch in dieser Podcastfolge:

8 Kommentare
  1. Denise
    Denise sagte:

    Sehr cool! Ich denke Schritt 2 “Bist Du ehrlich zu Dir selbst” ist Dreh- und Angelpunkt. Ich denke, dass wir uns viel zu oft Dinge schöndenken, schönreden, schönrechnen. Danke für diesen Artikel.

    Antworten
    • Christian
      Christian sagte:

      Vielen Dank für deinen Kommentar Denise. Gute Sichtweise mit dem Schöndenken etc., denn genau das ist es, was leider oft noch in unserer Gesellschaft passiert.

      Antworten
  2. Vanitas2409
    Vanitas2409 sagte:

    Richtig toller Artikel! Ich wünsche mir oft bei wichtigen Entscheidungen mehr Klarheit und mit dem Clarity Circle habe ich künftig eine schöne Gedankenanleitung. Vielen Dank für den Denkanstoß :)

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  3. Julia
    Julia sagte:

    Nach der super tollen Werbung auf Instagram über diesen Artikel musste ich ihn doch jetzt endlich mal lesen. Und ich bin begeistert ;-) ehrlich, sehr schön verständlich ausgedrückt. Ich hatte tatsächlich kürzlich eine Situation bzw stand vor einer Entscheidung die überlagert war mit Glaubenssätzen. Das aufzulösen und herauszufinden: was will ich denn wirklich? Hat mich in eine mittelschwere Krise gestürzt. Und wie befreit fühle ich mich seit ich meine Klahrheit zu dem Thema gefunden habe. Wirklich wahr das ist so so wichtig! Danke für diesen wunderbaren Artikel :-)

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  4. Nadine
    Nadine sagte:

    Durchgelesen und begeistert! Ein Leitfaden an den man sich orientieren kann und in den Alltag mit intrigieren kann. Vor allem geduldig bei diesen Prozess zu sein, ein Schlüsselmoment ;)
    Toller Artikel! Danke dir.

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    • Christian
      Christian sagte:

      Danke liebe Nadine! Geduld gehört auch wirklich nicht zu meinen Stärken und gleichzeitig habe ich gelernt genau dies für mich anzunehmen und dadurch geduldiger zu werden. Es braucht halt alles seine Zeit! Ganz viel Erfolg auf deiner weiteren Reise! LG, Christian

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