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Sabotage!

Ich hatte einen Plan. Meine Deadline stand. Ich wusste genau, was ich als Nächstes zu tun hatte.

Wochenlang war die Vision für mein neues Herzensprojekt in Gedanken gereift. Ich spürte diese Energie und Vorfreude, dass ich an einer Idee mit riesigem Potenzial dran war. Sie würde alles bringen: Geld, Ruhm und sogar persönliche Entfaltung.

Voller Stolz und mit einer geheimnisvollen Note in meiner Stimme erzählte ich meinen Freunden von der großen Idee. Sie überschütteten mich mit Anerkennung. Das gab mir Kraft für große Herausforderung, die nun vor mir lag.

Sechs Wochen später fragte mich ein Freund: „Christian, wie sieht es denn eigentlich mit Deinem Projekt aus?“.

Meine Wangen wurden rot, meine Stimme stockte: „Ach … Du … Ich konnte das noch nicht umsetzen. Ich hätte das ja längst schon gestartet, doch meine Freundin hatte eine Woche Grippe. Außerdem bin ich noch nicht gut genug. Ich muss erst noch ein paar Dinge recherchieren und verbessern. “

Innerlich blickte ich auf mein Projekt und mir wurde plötzlich klar: Die Zeit war verstrichen. NICHTS war passiert. Jemand hatte mich sabotiert. Doch wer?

Integrität – der Booster für Deine Persönlichkeit

Bestimmt hast Du erkannt, wer in meiner Story der Saboteur war: ich selbst.

Wir kennen sie alle, diese Situationen: Auf die erste Idee folgt eine große Vision. Wir planen, malen uns alle Details aus und erzählen jedem davon, was wir Großes vorhaben. Denn mit der Idee kommt ein Hochgefühl, das uns so richtig Power und Drive gibt.

Doch viel zu oft packt uns danach der Alltag. Mit jedem Tag, an dem wir nicht die gewünschten Resultate erzielen, verlieren wir einen Teil unserer Willenskraft, bis unsere Träume und Ziele unter einer großen Staubschicht begraben liegen.

Das tut weh. Denn mit unseren Zielen verlieren wir oft auch unsere Leidenschaft, die Power, die uns von innen antreibt.

Das geht mir ans Herz! Denn als Trainer und Coach erlebe ich immer wieder Menschen mit gewaltigem Potenzial, die genau an dieser Stelle straucheln.

Doch es gibt ein Wundermittel: Integrität.

Seitdem ich vor vielen Jahren erkannt habe, welche Power Integrität entfaltet, steht sie in meinem Leben an erster Stelle. Sie ist ein Zaubertrank. Ja, so etwas wie ein legales Doping für Deine Persönlichkeit!

Vor vielen Jahren habe ich die Entscheidung getroffen: Ich will integer gegenüber mir selbst und anderen Menschen sein. Seitdem geht mir alles leichter von der Hand – bei der Arbeit, im Team und selbst privat.

Im Kern geht es um die Frage: Lässt Du Deinen Worten Taten folgen? Mit drei Schlüssel- Eigenschaften bringst Du mehr Integrität in Dein Leben. Ich verspreche Dir, Du bekommst nicht nur selbst einen Boost, Du wirst auch zur Inspiration für andere!

Bist Du bereit? Dann lass uns eintauchen.

1. Integrität? Lebe nach Deinen Werten

Jeder Mensch hat Werte. Vielleicht bist Du Dir dessen nicht bewusst, denn sie bilden sich meist leise im Hintergrund unseres Lebens. Doch ich versichere Dir: Sie sind da, tief in Dir verankert.

Die meisten Werte lernen wir über unsere Erziehung, durch unsere Erfahrungen und die Kultur, in der wir leben. Nimm Deutschland als Beispiel: Pünktlichkeit versucht man uns schon als Kind einzuimpfen.

So entsteht schon früh in Deinem Leben ein einzigartiges Wertesystem, das so einzigartig ist wie Du selbst.

Diese Werte formen Deine Identität. Sie leiten Dich durch Dein Leben. Doch sie können auch zum Problem werden. Nämlich dann, wenn Du gegen Deine Werte handelst.

Das kann zum Beispiel passieren, wenn Du für ein Unternehmen arbeitest, das andere Werte hast als Du. Nehmen wir an, Harmonie ist Dir wichtig. Dann wirst Du in einem Unternehmen nicht glücklich werden, das Ellebogenmentalität fördert.

Manche verweilen dann trotzdem in dem Job. Auf Dauer zehrt das an ihnen. Wenn Du also merkst, es passt nicht, dann bring Integrität in Dein Leben und hab den Mut, etwas zu verändern.

Als Selbständiger hast Du es da leichter. Ich empfehle Dir, schon beim ersten Kontakt mit einem neuen Kunden nachzufühlen, ob ihr mit Blick auf Eure Werte zusammenpasst. Oft gibt Dir Dein Bauchgefühl ein klares Signal!

Ähnlich wie in der Arbeit ist das auch in der Beziehung. Hast Du Angst, Deine Beziehung aufs Spiel zu setzen? Passt Du Dein Verhalten lieber den Wünschen und Vorstellungen Deines Partners oder Deiner Partnerin an, damit die Beziehung nicht in die Brüche geht? Dann kann diese Situation langfristig für Dich immer unerträglicher werden.

Du merkst, wenn Du Deine Werte aufgrund äußerer Einflüsse anpasst, hintergehst Du Dich selbst. Du verbiegst Dich und irgendwann fühlt sich auch Dein Leben krumm und schief an. Dann ist es nicht mehr Deins, sondern Du fühlst Dich fremdbestimmt.

Was kannst Du also tun, um Deine Integrität nicht zu verlieren? Folge Deinen eigenen Werten! Mach Dir an erster Stelle bewusst, was für Dich wichtig ist und wofür Du stehst. Engagiere Dich dort, wo die Menschen Deine Werte teilen. Dann wirst Du auch als Mensch aufblühen.

2. Die Wahrheit führt Dich zur Integrität

Laut Statistik tun wir es rund 200 Mal am Tag – wir lügen! Erschreckt Dich das? Dann ist Ehrlichkeit wohl ein wichtiger Wert für Dich. Oft verbinden wir mit dem Lügen ein Schuldgefühl, denn wir lernen schon als Kind: Du sollst nicht lügen! Doch nicht alle Lügen sind gleich. Ich unterscheide hier drei Arten:

Die erste Art Lüge ist die harmlose. Nicht hinter jeder Wahrheitsverdrehung steckt auch gleich eine böse Absicht. Manchmal lügen wir, um andere nicht zu verletzen oder um einen Konflikt zu vermeiden. Schonungslos die Wahrheit sagen, führt nicht immer ans Ziel. Stell Dir vor, Du würdest jedem, der Dich fragt, wie es Dir geht, eine tiefe und ehrliche Antwort geben.

Die zweite Art Lüge ist die, bei der wir etwas bewusst nicht sagen. Das kann eine Wahrheit sein, vor der wir – bewusst oder unbewusst – die Augen verschließen. Solche Lügen haben wirklich kurze Beine. Früher oder später holt uns unsere Realität ein. Mit jedem Wegsehen verstärken wir den Schmerz, der uns erwartet, wenn uns die Wahrheit einholt.

Die dritte Art Lüge hat die verheerendste Wirkung: die bewusste Lüge. Die ziehen wir dann aus dem Hut, wenn wir vor etwas Angst haben, eine Herausforderung scheuen oder schlicht für einen Moment jemand anders sein wollen. Erinnere Dich an ein Bewerbungsgespräch oder an ein erstes Date. Hast Du da immer die reine Wahrheit gesagt und Dich so gezeigt, wie Du wirklich bist? Manchmal stellen wir uns anders dar, um dazuzugehören und anderen zu gefallen.

Doch was passiert, wenn Du bewusst Märchen erzählst? Wenn Du schon mal versucht hast, eine Lügengeschichte aufrecht zu erhalten, dann weißt Du, wie schwer das sein kann. Die kleinen Lügen addieren sich und schaffen nach draußen ein Bild, das nicht Dir entspricht.

Weil Du Dein Gesicht wahren willst, achtest Du nun darauf, dass dieses künstliche Bild die ganze Zeit über kohärent bleibt. Das kostet Dich unglaublich viel Kraft und Anstrengung.

Wie nennen wir so ein künstliches Bild, das wir uns vorhalten? Genau, eine Maske. Lügen erschaffen Masken. Und so eine Maske hat zwei Seiten: Einerseits zeigt sie etwas nach außen, was nicht ist. Andererseits versteckt sie auch etwas, das da ist. Das kann eine negative Seite sein wie Angst oder eine Schwäche. Eine Maske kann jedoch auch etwas Positives verdecken wie Deine einzigartige Persönlichkeit.

Manche Masken haben sich eingeschlichen. Sie zeigen eine Welt, die wir uns nicht gewünscht haben. Doch wir spüren kaum mehr, dass wir sie tragen.

Mit jeder Lüge verlieren wir Integrität und damit auch unsere innere Power, Willensstärke und das Vertrauen in uns selbst. Erst wenn wir uns davon befreien, fühlen wir auf einen Schlag unser wahres Selbst. Daher rate ich Dir, Lass Deine Masken fallen und entlarve Deine Lügen, noch bevor Du sie aussprichst.

Dazu lade ich Dich zu folgendem Versuch ein: Achte einen Tag bewusst auf jedes Deiner Worte und lass keine Lüge zu. Ich verspreche Dir, Du wirst langfristig glücklicher werden, wenn Du hier und da auf die Zähne beißt, Dich durchkämpfst, statt immer wieder zu schnellen und einfachen Lüge zu greifen.

3. Halte Dein Wort und Deine Integrität wächst

Stehst Du zu Deinen Entscheidungen und zu dem, was Du sagst? Für mich ist das der Game-Changer schlechthin in der gesamten persönlichen Weiterentwicklung.

Wenn Du Dir ein Ziel setzt, dann stehe auch dazu.

Komm nicht jede Woche mit etwas Neuem, sondern packe die eine Sache an, die Du Dir vorgenommen hast. Lass Deine Worte für Dich zum Gesetz werden.

Klingt eigentlich einfach, oder? Eigentlich! Doch Du hast einen flinken Gegner, der ständig versucht, Dich vom Kurs abzubringen: die Ausrede.

Nimm mein Beispiel von oben: „Ich bin noch nicht gut genug“. In meinen Coachings höre ich diesen Satz immer wieder. In 90 Prozent der Fälle ist er jedoch nur eine Ausrede, um eine unangenehme Situation zu vermeiden.

Die meisten wissen genau, was sie zu tun haben und wie sie es erreichen. Sie scheuen jedoch den ersten Schritt. Denn bei großen Zielen führt der direkt aus der Komfortzone heraus. Das sind unangenehme Momente, in denen wir jedoch am meisten wachsen.

Eine Ausrede lässt Dich da verharren, wo es bequem ist. Doch Du wächst nicht. Das merken auch die Menschen um Dich herum.

Wenn Du anderen Menschen Dein Wort gibst und mehrmals in Folge eine Ausrede findest, was passiert dann?

Dein Umfeld baut weniger auf Dich und wendet sich vielleicht sogar von Dir ab. So eine Enttäuschung tut weh. Doch noch verheerender sind die Folgen, wenn Du Dich selbst hintergehst.

Dein Unterbewusstsein ist wie ein kleines Kind. Es saugt alles auf, was um Dich herum passiert. Wenn es immer wieder mitbekommt, dass Deine Entscheidung sowieso keine Tragweite haben, läufst Du große Gefahr, dass Du Dich bald selbst nicht mehr ernst nimmst.

Dann sabotierst Du Dich selbst.

Du glaubst immer weniger an Deine Träume und Ideen. Erst war das Ziel noch groß, dann machst Du immer mehr Zugeständnisse und schließlich erkennst Du Deine Idee nicht mehr wieder.

Mit jeder Ausrede geben wir ein Stück unserer Identität oder Idee auf. Ohne es zu merken, ist Dein Resultat plötzlich ein anderes Du steckst voll in der Mittelmäßigkeit.

Mit Deinen Ideen schrumpft dann auch Dein Selbstbewusstsein.

Achte also darauf, wie Du mit Dir selbst sprichst.

Noch ein Tipp zur Umsetzung: Fang klein an. Wenn Du zum Beispiel Deinen Traumkörper aufbauen willst, dann nimm Dir vor, heute eine Stunde Sport zu machen und überprüfe am Abend, ob Du es gemacht hast.

Am Anfang geht es nicht darum, anderen etwas zu beweisen. In erster Linie geht es darum, ob Du Dir selbst glaubst. Nur dann kannst Du auch Deine ganze Power in den Dienst einer größeren Sache stellen.

Jedes Mal, wenn Du Dein Wort hältst, steigt Dein Selbstbewusstsein und Du wirst von ganz alleine besser darin, Deine Integrität zu pflegen.

Fazit

Integrität bedeutet, dass Du zu Deinem Wort stehst und auch dann standfest bleibst, wenn Wiederstände von innen und außen auf Dich einprasseln.

Doch Du wirst belohnt. Mit Selbstvertrauen und mit dem Vertrauen der anderen. Nichts beeindruckt und inspiriert mehr als jemand, der zu seinem Wort steht und Resultate schafft.

Du bist bereit loszulegen? Dann geh den ersten Schritt!

Fang bei Dir selber an! In dem Moment, wo Du Dir selbst gegenüber integer bist, wirst Du von alleine auch anderen gegenüber integer sein.

Integrität macht unser aller Leben so viel leichter. Wir würden unsere Ziele schneller erreichen, es gäbe weniger Neid und Missgunst. Es hätte so viele Auswirkungen auf unser Leben!

Darum lade ich Dich ein: Werde Integritäts-Botschafter. Teile diesen Beitrag, erzähl mir von Deinen Erfahrungen und trage diese Botschaft weiter. Sie ist ein Geschenk!

Treibst Du Sport? Hast Du Dir vorgenommen, in Zukunft mehr für Deinen Körper zu tun? Dann führt Dich Dein Weg wahrscheinlich schnell ins Fitnessstudio.

Nehmen wir mal an, Du bist dort für ein Probetraining. Von welchem Trainer würdest Du Dich eher auf dem Weg zu Deinem Traumkörper begleiten lassen? Von dem athletischen Energiebündel oder von der Schlafmütze mit Wohlstandsbauch?

Ja, die Frage meine ich ernst! Wenn du mit dem Rauchen aufhören willst, holst Du Dir wahrscheinlich auch keine Tipps bei einem Kettenraucher, oder?

Um Dich zu Deinen großen Zielen leiten zu lassen, suchst Du Dir bewusst jemanden aus, dem Du das auch zutraust. Und wie erkennst Du den geeigneten Menschen besser, als wenn er Dein Ideal vorlebt.

„Practise what you preach“, heißt es im Englischen. Für mich fängt das ganze Thema Führung und Leadership genau hier an: bei Dir!

Führung ist Persönlichkeitsentwicklung

Bestimmt hast Du längst erkannt: Persönlichkeitsentwicklung ist für mich eine Herzensangelegenheit. Als ich vor mehr als 15 Jahren damit anfing, trat zeitgleich auch das Thema Leadership in mein Leben. Ich durfte einen Vertrieb mit tausenden von Partnern führen.

Dabei wurde mir schnell klar: Führung und Persönlichkeitsentwicklung haben faszinierende Wechselwirkungen.

Zum einen wirst Du zu einer bessern Führungskraft, indem Du Deine Persönlichkeit weiterentwickelst. Denn je mehr Du in Deine eigene Entwicklung investierst, desto mehr kannst Du später auch an andere weitergeben.

Zum anderen lernst Du als Leader immer auch sehr viel über Dich selbst. Dein Team hält Dir den Spiegel vor. Wenn Du offen dafür bist, kannst Du Dich durch ihre Augen betrachten. Dieser Perspektivwechsel ist unglaublich kraftvoll.

Persönlichkeitsentwicklung ist also Self-Leadership. Du lernst an erster Stelle, Dich selbst durch Dein Leben zu führen. Das gesamte Thema Führung bringt Dich also auch dann weiter, wenn Du aktuell noch kein Team leitest. Denn auch dann gibt es immer einen Zuschauer in Deinem Leben: Dich selbst!

Als bei mir das Thema Leadership aufkam, habe ich mich richtig tief reingekniet. Ich wollte mehr wissen und habe mich mit den Leadership-Gedanken von Blair Singer, Antony Robbins, John Maxwell, John Wooden und vielen anderen befasst.

Im Laufe der Zeit hab ich diese Learnings kombiniert mit den persönlichen Erfahrungen, die ich in der Zusammenarbeit mit charismatischen Führungspersönlichkeiten gesammelt habe.

Dabei sind die folgenden 10 Leadership-Basics entstanden, die mir dabei geholfen haben, zu dem zu werden, der ich heute bin. Ich freue mich, diese mit Dir zu teilen.

1. Bevor Du andere führst, führe erst Dich selbst

Erinnerst Du Dich an die drei Basics für Integrität?

Handle nach Deinen Werten, sag die Wahrheit und halt Dein Wort.

Du hast sie verinnerlicht? Klasse! Dann hast Du bestimmt gespürt, welchen Drive Integrität in Dein Leben bringt. Du übernimmst Verantwortung für Dein Leben und formst es nach Deiner Vorstellung.

Damit geht eine neue Klarheit einher. Ja, du gehst mit mehr Leichtigkeit durch Dein Leben, wenn Du Deine Werte kennst und weißt, was Du wirklich für Dein Leben willst. Diese Klarheit wirkt unglaublich befreiend und gibt Dir enorme Stärke.

Kennst Du diese Situationen, wenn Du morgens zögerst, was Du anziehen sollst? Du fragst Dich: Ist das Outfit zu gewagt? Ist der Pulli zu kurz? Du triffst dann aus der Not heraus eine Entscheidung, doch Du stehst nicht so richtig dahinter. Für den Rest des Tages fühlst Du Dicht nicht wohl. Der Gedanke an Dein Äußeres nagt an Dir. Solche Zweifel kosten Dich viel Kraft und hindern Dich, in wichtigen Momenten voll bei der Sache zu sein.

Genau so ist es auch mit Deiner Innenwelt. Wenn Du Deine Werte und Ziele nicht klar hast, werden Dich sogar kleine Dinge im Alltag ins Straucheln bringen. Du verlierst Energie.

Wenn Du mit Deinen Gedanken in Deinem Kopf bist, dann bist Du nicht bei den anderen.

Wenn Du andere Menschen führen willst, dann schaffe Dir Klarheit über Deine Identität, Deine Deine Werte und Deine Ziele. Führe Dich, dann hast Du auch den Kopf frei, um ganz bei den anderen zu sein.

2. Sei ein Vorbild für andere und lerne zu dienen

„Christian, wie kann ich all mein neues Wissen in den Alltag bringen und auch mit anderen teilen?“

Diese Frage stellen mir viele Teilnehmer am Ende eines Seminars. Ich antworte dann gerne: Belehre Dein Umfeld nicht! Setz die Sachen um und beginne damit, an Deinen Resultaten zu arbeiten.

Nichts inspiriert andere mehr als Dein aktives Handeln. Wenn Du Deinen Worten Taten folgen lässt, zeigst Du anderen nicht nur, dass etwas geht, sondern auch wie sie die besten Resultate erzielen. So ziehst Du automatisch Menschen an, die etwas von Dir lernen wollen. Du wirst für sie zum Vorbild.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst“, hat Mahatma Gandhi gesagt. Eines der Key-Learnings über Leadership überhaupt! Lebe die Ideale vor, die Du bei anderen sehen willst. Denn Du kannst nur das von anderen verlangen, was Du auch Dir selbst abverlangst.

Doch was meine ich damit, wenn ich sage: „Lerne zu dienen“?

Wenn Du ein Team anführst mit Menschen, die unterschiedliche Funktionen ausüben, dann solltest Du wissen, wie es sich anfühlt, diese Arbeiten umzusetzen.

Viele Unternehmer, die sich draußen ein Team aufbauen, haben genau damit Probleme: Sie wissen nicht, wie sich die Basics anfühlen und was es bedeutet, was ihre Team-Mitglieder gerade durchmachen. Wenn Du diese Arbeiten jedoch selbst einmal erlebt hast, kannst Du Deinem Team hilfreiche Anweisungen geben.

Wie schreibst Du gute Texte? Wie funktioniert Marketing? Welche Akquise-Strategien kommen für Dich in Frage? Worauf kommt es bei Facebook an? Lerne diese Dinge selbst, wenn Du später andere darin anleiten willst. Klar, sollst Du kein Mikromanagement betreiben, doch es ist wichtig, dass Du zumindest ein Verständnis für die Themen hast, die Dein Team beschäftigen.

3. Gib jeden Tag Dein Bestes und Dein Erfolg wird sich einstellen

Hinter diesem Tipp steckt nicht nur ein klasse Mindset, sondern auch eine wirkungsvolle Strategie. Wenn Du die beherzigst, dann holst Du automatisch aus jedem Tag das Beste raus und wirst in Deinem Bereich schon bald ganz vorne mitspielen.

Lass uns mal ehrlich sein: Du hast Dein großes Ziel vor Augen und bestimmt hast Du auch schon eine Idee, über welchen Weg Du dorthin gelangen kannst. Was hält Dich davon noch ab? Handeln und Gas geben!

John Wooden, der legendäre Basketball-Coach, brachte es in etwa so auf den Punkt: „Ich zeige den Menschen nicht, wie sie gewinnen, sondern wie sie jeden Tag ihr Bestes geben.“

Darin steckt die tiefe Überzeugung, dass alles, was wir zur Erfüllung unserer Träume brauchen, längst in uns steckt.

Schau Dich mal um in Deinem Umfeld. Viele wissen, was sie tun müssten, um voran zu kommen, doch die wenigsten tun es.

Unsere Welt bietet heute viele spannende Möglichkeiten, doch leider auch genau so viele Verlockungen, die uns immer wieder verführen und von unserem Ziel abbringen wollen.

Mach Dir also klar, was das Wichtigste ist, was Du heute für Dein Ziel tun kannst und gib Dein Bestes dafür.

Wenn Du für eine Sache hundert Prozent gibst, dann wirst Du von alleine zum Leader, denn andere werden sich sagen: „Wow! Davon möchte ich ein Teil sein“. Ich bin richtig stolz, diese Energie auch heute in meinem eigenen Team zu spüren.

4. Gib niemals anderen die Schuld, übernimm die volle Verantwortung

Leader geben ihrem Team Stärke und Sicherheit, wenn es um sie herum unsicher wird. Sie gehen voran, wenn es dunkel wird und sie erinnern Menschen am ihre Stärke, wenn sie an sich zweifeln.

Wenn mal etwas nicht funktioniert, dann stell nicht die Schuldfrage. Sie sorgt nur für Verunsicherung und macht andere klein. Außerdem hält Dich eine zu tiefe Auseinandersetzung mit der Schuld-Frage in der Vergangenheit fest. Und Du willst doch aus der Situation raus und nach vorne blicken, oder?

Natürlich solltest Du die Situation analysieren und mit Deinem Team Vorkehrungen treffen, damit sich die Fehler nicht wiederholen. Doch als Leader übernimmst Du die Verantwortung, denn Du hast Dein Team ausgewählt und aufgebaut. Hilf Deinem Team, nach vorne zu blicken.

Denk auch hier daran, Vorbild zu sein. Wenn Du mit diesem Beispiel vorangehst, dann wird Dein Team Ergebnisse erzielen, von denen ihr bisher nur geträumt habt.

5. Wer fragt, der führt!

Die meisten Führungskräfte, die ich kenne, stellen viel zu wenig Fragen. Stattdessen machen sie Ansagen, erläutern ihre Zielsetzung und übertragen ihre Vorstellungen auf das Team.

Damit vergeben sie zwei große Chancen!

Erstens entgeht ihnen die wertvolle Sichtweise ihrer Team-Mitglieder. Selbst als alter Hase kann es immer wieder vorkommen, dass Dir im Alltag Dinge entgehen. Unsere Welt verändert sich heute rasant und wird jeden Tag komplexer. Einer alleine behält da kaum den Durchblick. Wenn Du aktuelle Herausforderungen als Frage an Dein Team richtest, bekommst Du oft Hinweise und Ideen, an die Du selbst nicht gedacht hättest. Frage nach Rat und nach Meinung. Nutze das Wissen und den Ideenreichtum Deines Teams!

Zweitens sind Fragen eine wunderbare Chance, Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen. Welche Persönlichkeiten hast Du in Deinem Team? Welche Stärke hat der oder die einzelne? Was für Vorlieben und welche individuellen Ziele haben eigentlich Deine Team-Mitglieder und wie lassen sich die mit der gemeinsamen Vision verbinden?

Indem Du Fragen stellst, baust Du eine Beziehung zu den Menschen auf. Nur wer wirkliche Beziehungen hat, kann auch effektiv führen. Effektive Führung beginnt dort, wo Du die Stärken Deines Teams erkennst und Deine Mitglieder nach ihren Stärken und nach ihrer Persönlichkeit einsetzen kannst.

Nutze die Kraft der Fragen. Sie können Wunder bewirken!

6. Schaffe eine Fehlerkultur

Welche Bedeutung hat das Wort „Fehler“ für Dich?

Insbesondere in Deutschland verbinden wir damit oft Schuldgefühle und Versagen. Doch die Zeiten ändern sich! Wir erleben gerade, wie das Wort „Fehler“ in der Gesellschaft und im Business eine neue Bedeutung bekommt.

Nachdem Thomas Edison nach vielen gescheiterten Versuchen die Glühbirne erfand, erklärte er zu seinen Fehlversuchen: „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“

Diese konstruktive Art auf Fehler zu blicken, ist extrem bereichernd. Denn viele Fehler, die erst wie Irroder Umwege erscheinen, stellen sich später als wichtige Erfahrung und manchmal sogar als Vorteil heraus.

Genau so hat jeder von uns das Laufen gelernt. Wir sind alle unzähligen Male hingefallen. Zum Glück hat uns keiner dafür bestraft. Wir hätten es sonst wahrscheinlich nicht mit so viel Elan weiterversucht.

Schaffe als Leader eine Fehlerkultur für Dich und Dein Team. Natürlich gibt es immer bestimmte Bereiche, die einfach laufen müssen. Doch überall, wo Freiraum und Fehlertoleranz möglich sind, da erhören sie auch Kreativität und Produktivität Deines Teams.

7. Kommuniziere klar und deutlich

Hast Du Deine Ziele für Dich klar? Dann liegt der nächste große Schritt darin, Dein Team abzuholen, zu inspirieren und zu begeistern.

Je klarer und präzisier Du Deine Gedanken formulierst, desto besser kann Deine Vision auch auf Dein Team überspringen.

Das bedeutet nicht nur, klare Worte zu finden, sondern auch, die richtigen Informationen preiszugeben. Denn damit Dein Team seinen besten Beitrag zu Deinen Zielen leisten kann, muss es voll verstehen, wo Du hin willst.

Vermeide große Worthülsen und langes Um-den-heißen-Brei-Reden. Als Leader setzt Du mit Deinen Worten und Deinem Verhalten den Rahmen für Dein Team.

Drück Dich klar, deutlich und direkt aus und bring es auch Deinem Team bei. So spart ihr nicht nur Zeit und Nerven, sondern erreicht auch schneller Eure Ziele.

8. Sei immer vorbereitet

Bereite Dich auf Deinen Tag und Deine Termine vor.

Eine gewisse Fehlertoleranz ist wichtig und Du darfst auch das Improvisieren üben. Achte jedoch darauf, dass die Qualität Deiner Gespräche und Ziele nicht darunter leidet.

Dazu reicht es aus, wenn Du Dich abends nochmal hinsetzt und Dir genau anschaust, was Dich am nächsten Tag erwartet. Welche Personen wirst Du treffen? Welche Verbindungen willst Du aufbauen? Welche Ziele willst Du erreichen?

Vorbereitung ist der Schlüssel. Ob Du ein neues Produkt einführst, einen neue Vortrag hältst oder neue Menschen kennenlernst. Je besser Du vorbereitet bist, desto flexibler kannst Du auch agieren.

Improvisation und Vorbereitung schließen sich also nicht aus. Gute Vorbereitung muss Dich nicht einschränken. Letzten Endes ist genau das Gegenteil der Fall.

Mit Vorbereitung meine ich weder Choreografie noch Auswendiglernen. Vielmehr geht es darum, dass Du Dir die Fakten zurechtlegst und in den entscheidenden Momenten die notwendigen Infos im Kopf hast. Das bedeutet maximalen Fokus, wenn Du ihn brauchst.

9. Sei mutig und trau Dich was

Trau Dich, auch mal Entscheidungen zu treffen, die unbequem sind.

Begib Dich in die Ungewissheit. Dort findest Du das Neue und richtig Aufregende! Das sind die Momente, wo Dein Team sagt: Das ist etwas so Verrücktes und Ungewöhnliches, da will ich unbedingt mitmachen! Davon will ich ein Teil sein!

Trau Dich, etwas Anderes zu tun, hervorzustechen und Dinge auszuprobieren. Nur wenn Du andere Dinge tust, kannst Du auch andere Ergebnisse erwarten.

Außerdem wirst Du merken, wie Du und Dein Team in solchen Momenten noch enger zusammenwachst.

10. Vertraue dem Prozess

Dieser letzte Punkt ist gleichzeitig auch das Fazit meiner 10 Tipps für modernes Leadership.

„Winning is a result of process!“, sagt John Wooden. Gewinner erlangen ihre Stärke dadurch, dass sie sich vom Prozess leiten lassen.

Vielleicht fühlst Du Dich heute noch nicht wie eine Führungskraft und hast ein mulmiges Gefühl im Bauch bei dem Gedanken, ein Leader zu werden.

Gerade dann lade ich Dich ein: Vertraue darauf, dass Du alles Nötige mit der Zeit lernen wirst.

Viele große Persönlichkeiten haben irgendwann einmal klein angefangen. Jede noch so große Reise beginnt immer mit einem ersten Schritt.

Genau wie Du so wird auch Dein Team mit jedem Tag besser werden. Gib Dir und anderen also die Zeit, zu lernen und zu wachsen.

Ich empfehle Dir, regelmäßig zu diesen zehn Punkten zurückzukehren und sie Dir in Erinnerung zu rufen. Überlege Dir, was Du schon lebst und was Du als nächstes vertieft in Dein Leben integrieren möchtest.

Ich freue mich, wenn Du Deine Fortschritte und Erfahrungen mit mir teilst.